Blattvogel

Gelungene Zucht des Blaubart Blattvogel oder Orangebauch Blattvogel  (Chloropsis hardwickii )



Beschreibung:
Beim Männchen ist der Oberkopf und die Rückenpartie grün gefärbt. Die Kehle sowie ein Teil der Oberbrust sind Schwarz bis Dunkelblau und rechts und links vom Schnabel gehen zwei leuchtend blaue Bartstreifen ab. Der Bauch ist Orangebraun, der Bürzel leuchtend Grün und der Schwanz ist Dunkelblau.
Das Weibchen ist einfarbig Grün jedoch mit blassen Blauen Bartstreifen. Die Größe beträgt zwischen 19 und 20 cm.

Vorkommen:
Vom Himalaya über Ostpakistan Südchina, Nordwestthailand, in Teilen Assams und Laos, in Tongking und Malaysia bis in Höhen von 2400 m.

Ernährung:


Bei mir fressen die Blattvögel Äpfel, Bananen und Apfelsinen. An Lebendfutter werden ausschließlich nur Mehlwürmer angenommen oder selbst gefangene Insekten aus der Außenvoliere. Des weiteren bekommen sie eingeweichten Bisquit und selber gemachten Nektar. Weichfutter und Eifutter werden nur selten gefressen.

Zucht:


Am 01.06.2004 beobachtete ich wie mein Blattvogelweibchen mit Nistmaterial durch die Voliere flog. Ich muss noch dazu sagen, dass die Außenvoliere 18 qm und die Innenvoliere 4 qm groß sind. In der Außen- Voliere steht ein Kirschlorbeer mit einem Durchmesser von 2m und ist 2,5m hoch, daneben steht eine Tuja ungefähr 2m hoch. Wie jedoch am Anfang gesagt, sah ich das Weibchen mit Nistmaterial mehrmals in die Tuja fliegen, wo es an mehreren Stellen versuchte zu Bauen aber kein richtiges Ergebnis dabei heraus kam. Erst am 04.06. bemerkte ich bei einer Kontrolle, dass das Nest fertig gestellt war und ich nun gespannt war ob es auch zur Eiablage kommen würde. Es wurde ausschließlich mit Kokosfasern und trockenem Gras gebaut. Bereits Mitte Mai wurde eine Kopulation beobachtet. Aus Sicherheitsgründen legte ich eine Plexiglasscheibe auf die Voliere um das Nest vor starkem Regen zu schützen.
Nun war es tatsächlich soweit und am 06.06. lag das erste Ei im Nest. Bis zum 08.06. wurden noch zwei weitere Eier gelegt und auch von diesem Tag an sah man das Weibchen nur noch selten, was für mich bedeutete das es jetzt auch brütete.
Das Männchen saß während dieser Zeit ständig in einem gewissen Abstand auf einem hohen Ast und beobachtete gelassen das Geschehen. Am 09.06. sah ich bei einer Nestkontrolle, das ein Ei beschädigt war und es am nächsten Tag nicht mehr im Nest war. Ich war gespannt ob nach dieser Beobachtung überhaupt eine erfolgreiche Brut Zustande kommen würde. Zu meiner Erleichterung konnte ich nach 13 Tagen Brutzeit am 21.06.gegen Mittag feststellen, dass beide Eier geschlüpft waren und von beiden Alttieren gefüttert wurden.
Ab dem ersten Tag an reichte ich neben dem oben aufgeführten Futter, gefrostete Pinkimaden, Buffalowürmer und Ameisenpuppen sowie lebende Buffalowürmer und Mehlwürmer. Erstaunt war ich jedoch als ich beide Alttiere nur mit Mehlwürmern füttern sah und ich daraufhin Heinz Schmitz in Königswinter kontaktierte um einen Rat zu bekommen, da ihm schon die Zucht des Orangebauchblattvogel gelungen war.
Herr Schmitz meinte, ,, Das dieses nichts zu bedeuten hätte und die Altvögel die Mehlwürmer für die frisch geschlüpften Jungen schnabelgerecht machen würden.“ Mit dieser Nachricht füllte ich mich sichtlich erleichtert. Jetzt wurde von beiden Vögeln kräftig gefüttert wobei Mehlwürmer und selbst gefangene Insekten neben eingeweichtem Bisquit die Hauptmalzeit waren. Was mich jedoch überraschte das Hummeln, Wespen und Bienen gefangen, getötet und verfüttert wurden. Nach 7 Tagen sah man bei den Jungen die ersten Federkielen. Am 03.07.2004 sind beide Jungvögel ausgeflogen und saßen auf dem Boden, jedoch nicht beieinander. Sie wurden von beiden Altvögeln sehr gut gefüttert und man konnte jeden Tag zusehen wie sie gewachsen sind. Im alter von 22 Tagen bemerkte ich, dass ein Jungvogel plusterte und sein After mit Kot beschmiert war. Beide Vögel waren zu diesem Zeitpunkt schon fast selbstständig. Am nächsten Tag war der besagte Jungvogel überraschend verendet und ich mir nicht erklären konnte wie dies innerhalb von 24 Stunden passieren konnte. Nun konzentrierte ich mich auf den verbliebenen

 Jungvogel der innerhalb der nächsten Tage gänzlich selbstständig war. Es war der 17.07.2004 als ich beobachtete wie das Weibchen sein Nest neu auspolsterte und es am 20.07.2005 wieder ein Ei legte. Zu diesem Zeitpunkt fing ich den Jungvogel heraus damit die Altvögel nicht gestört wurden und auch um einem unnötigen Verlust des Jungvogels vorzubeugen. An den nächsten beiden Tagen wurde jeweils noch ein Ei gelegt, womit wieder ein dreier Gelege zustande kam. Diesmal konnte ich beobachten das dass Weibchen ab dem dritten Ei mit der Brut begann. Es war der 04.07.2004 als ich beobachten konnte dass alle drei Eier innerhalb weniger Stunden gleichzeitig geschlüpft waren. Die Aufzucht erfolgte wie bei der ersten Brut und die Jungen flogen nach 11 Tagen aus. Da aber zu diesem Zeitpunkt kühles verregnetes Wetter herrschte, fing ich die Jungen ein und setzte sie in die Innenvoliere wo sie auch von den Altvögeln weiter gefüttert wurden. Nach weiteren neun Tagen beobachtete ich wieder dass ein Jungvogel plusterte und auch der After mit Kot verschmiert war. Dieser verendete wiederum am nächsten Tag und in den folgenden Tagen erging es den beiden anderen Jungvögeln genauso. Es half auch keine Heizlampe obwohl die Jungen bis zuletzt von den Altvögeln gefüttert wurden. Für mich war es enttäuschend dass nach zwei so erfolgreichen Bruten nur ein Jungvogel durchkam. Jedoch kann ich jedem Vogelhalter diese lebhafte Vogelart empfehlen die mir bis heute sehr viel Freude gemacht hat.

Götz Smeets